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Raus, weg, aus…

Juni 4, 2012

…ist es zwar noch nicht mit meinem Aufenthalt in einer der schönsten Städte Frankreichs, wohl aber mit dem Zimmer, das ich von September an bis Ende Mai bewohnt habe. Ein bisschen traurig macht es einen auf den ersten Blick schon. Man denkt an die Lage, die in Bordeaux einfach bislang unschlagbar war: Nebst Ausblick auf Rathaus und Cathedrale Saint-André und Supermärkten, Tram und netten Pubs in nächster Nähe, war man einfach daran gewöhnt. Es sind Erinnerungen an erfolgreich gedrehte Filme damit verbunden.  Aber schon seit die Mitbewohnerinnen ausgezogen sind, war es nicht mehr wirklich dasselbe. Und aus anderen Gründen bin ich eigentlich ganz froh, aus dieser Wohnung weg zu sein.

Die Gründe dafür haben eher mit dem Zustand der Wohnung und der Vermieterin zu tun. Ich möchte jetzt nicht alles im Einzelnen hervorholen und jeden einzelnen Kritikpunkt hier in mein Weblog einzeln hereinschreiben. Wer sich für genaue Gründe interessiert, kann diese per Mail bei mir einholen (das gilt auch für zukünftige Erasmus-Studenten in Bordeaux, denen ich gerne Auskunft gebe). Ein generell gemeinter Rat an alle Studenten, die ins Ausland gehen wollen: Man sollte ich vorher Gedanken machen, wie man im Ausland leben möchte, sprich: Zimmer auf dem Campus, Einzelwohnung, WG, Gastfamilie. Ich liste mal hier die üblichen, aber auch aus meiner Erfahrung stammenden Argumente dafür und dagegen auf:

Zimmer auf dem Campus

GUT:
– Man lernt schnell andere Auslandsstudenten kennen.
– Man ist schnell an der Uni, kann länger von der Bibliothek profitieren.
– Je nachdem, in welchem Wohnheim man ist, hat man sogar eine eigene kleine Küche oder Dusche(in Bordeaux eher die Ausnahme als die Regel!).
– Partys, wenn sie nicht gleich eskalieren, sind kein Problem.
– Unschlagbar günstig.

SCHLECHT:
– Man teilt meistens Küche und Bad mit vielen anderen.
– Man ist weit weg von der Innenstadt und den abendlichen Ausgehmöglichkeiten und somit auf Tram und Nachtbus angewiesen.
– Es kann durchaus laut zugehen.
– Der Campus ist in Bordeaux nachts nicht unbedingt die sicherste Gegend (ich kenne mehrere Studenten, die nachts nähe der Haltestelle „Unitec“ Opfer von Raubüberfällen geworden sind).

Einzelwohnung

GUT:
– Man hat seine Ruhe.
– Wenn man sich mit den Nachbarn absprecht, sind Partys oder Apéros kein Problem.
– Man hat seine eigenen Koch- und Bademöglichkeiten.

SCHLECHT:
– Die Suche ist aufwendig, wenn man erst nach Ankunft zu Semesterbeginn in Bordeaux sucht.
– Die Preise können stark variieren. Wohnungen im Zentrum sind teurer und bei Altbauten oftmals nicht in dem Zustand, der den oft hohen Preis rechtfertigt.

Wohngemeinschaft

GUT:
– Man hat Mitbewohner, die einem im besten Falle in Sachen Sprachkenntnissen helfen, aber auch bei anderen Problemen weiterhelfen.
– Gemeinsame WG-Partys sind immernoch die besten Partys.
– Man hat eine ausgewogene Mischung aus Ruhe und sozialem Leben in der eigenen Wohnung.
– Man teilt die Küche und das Bad immernoch mit weit weniger Leuten als im Wohnheim.
– WGs in Bordeaux sind recht gut mitten in der Stadt für recht angenehme Preise zu finden.

SCHLECHT:
– Das Klima innerhalb einer WG hängt von ihren Bewohnern ab. Da kann’s auch mal Streit geben.
– Wie bei der Einzelwohnung: Die Suche sollte sehr früh beginnen und ist mitunter nicht einfach.
– Auch hier kann man immernoch von einem Vermieter preislich über den Tisch gezogen werden, da der Zustand in Altbauten oft nicht dem Preis entspricht.

Gastfamilie

GUT:
– Man hat feste Ansprechpartner, die einem helfen und die Sprache etwas näherbringen.
– Man hat vor allem Ruhe beim Lernen.

SCHLECHT:
– Privatssphäre gibt es nur begrenzt.
– Partys sind meist unmöglich.

So ist es an jedem, zu entscheiden, mit welchem Lebensstil er sein Erasmus-Jahr am besten vereinen kann – manchmal ist bei der Wohnungssuche dann auch eine Portion Glück entscheidend, ob man das gute WG-Zimmer bekommt oder dann doch notgedrungen weiter Couch-Surfing betreibt, bis nach mehreren Wochen was frei wird. Einen gewissen Vorteil haben Studenten, die ein Jahr bleiben und im Winter den Wechsel planen. Sie haben eine längere Vorlaufszeit, um nach einer neuen Bleibe zu schauen.

Soviel für den heutigen Blick zur Wohnungssuche. Ich bleibe – wenn auch nicht mehr lange – und blogge.

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