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Intouchables – Ziemlich beste Freunde – Filmkritik

Dezember 12, 2011

Seit ich in Frankreich bin, gehe ich ja wieder regelmäßiger ins Kino als vorher. Obwohl ich vermutlich eher lernen sollte oder meine Hausarbeit fertigstellen könnte. Egal, heute gibt es wieder eine kleine Kritik für einen Film, der in Kürze auch in die deutschen Kinos kommt und zumindest in der französischen Originalfassung schon sehr sehenswert ist: „Intouchables“ oder „Ziemlich beste Freunde“ (so erscheint dieser Film in deutschen Kinos).

Der Pariser Aristokrat Philippe (François Cluzet) ist seit einem Unfall mit dem Gleitschirm halbabwärts gelähmt. In seinem kleinen Hausstab aus Sekretärin, Haushälterin und anderen Bediensteten ist eine Stelle frei geworden: Ein persönlicher Assistent wird gesucht, der Philippe bei den Arbeiten unterstützt, die er nicht mehr selbst erledigen kann: Sich anzuziehen, eine Dusche zu nehmen, Auto zu fahren. Driss (Omar Sy) aus den Pariser Banlieues ist ein ziemliches Großmaul und lebt in einer kleinen Wohnung mit seiner Mutter und einer Großzahl von Verwandten. Im Vorstellungsgespräch bei Philippe, dass er nur für das Sozialamt besucht, baggert er die Sekretärin an, macht sich über den Musikgeschmack des Reichen – und bekommt den Job.

Was wie der Stoff für eine weitere Buddy-Komödie klingt, ist es in erster Linie auch. Das kann man mögen, muss es aber nicht. Was „Intouchables“ allerdings von einem weiteren Aufguß bekannter Geschichten abhält, ist die Konstellation der Hauptcharaktere. Driss bleibt auch als Philippes Assistent die große Klappe erhalten, die ihm in der Vorstadt als wichtiges Mittel gedient hat – um sich Gehör zu verschaffen, um nicht unterzugehen, um akzeptiert zu sein. Philippe honoriert diese bisweilen respektlose Art, da sie eine Abwechslung in den routinierten Alltag um einen treu ergebenen Stab von Angestellten bringt. Die Hauptdarsteller erleidigen ihre Sache großartig, wobei der Film natürlich sehr auf das aktive Spiel von Omar Sy zurechtgeschnitten ist.

Einziges Manko dürften die Szenen darstellen, die den Film in einen gewissen Kitsch abdriften lassen und sich leider im letzten Drittel des Films häufen. Die Szene beim gemeinsamen Paragliding bei traumhaft schönen Wetter in den Bergen ist weder besonders wichtig für die Handlung, noch passt sie ästhetisch in den Film. Die obligatorische Liebesgeschichte als Rahmenhandlung ist hingegen eher zu verkraften.

Zuletzt bleibt mir einfach nur übrig, für diesen Film eine klare Empfehlung auszusprechen. Trotz des holprigen deutschen Titels, bei dem die Doppeldeutigkeit des französischen „Intouchables“ verloren geht. Die ziemlich besten Freunde sind für die Gesellschaft nämlich jeder auf seine Art und Weise „Unberührbare“.

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