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Art Chatrons – Im Künstlerviertel von Bordeaux

November 13, 2011

Weder halte ich mich für einen großen Kunstkenner, noch denke ich, dass ich je einer werde. Wieso habe ich dann letzten Freitag von unterwegs zwei eher kryptische Blogeinträge mit Fotos unter dem Namen „Art Chatrons“ veröffentlicht?

Nun, der „Pôle culturelle“ unseres „Erasmix“-Vereins beschloss vor kurzer Zeit eine Visite von Künstlerateliers. Ich meldete mich, warum auch immer, freiwillig dazu, einige Ateliers auszusuchen. Vielleicht war es das schlechte Gewissen, bisher noch nicht allzu viel getan zu haben (immerhin hab ich beim Kinokarten-Verkauf mitgeholfen!), oder irgendein anderer Grund, jedenfalls stand ich Donnerstag mit der Chefin unseres „Pôle culturelle“ im Quartier Chatrons, um mir Künstler-Ateliers anzuschauen.

Anlass für diese Idee war übrigens die Reihe Art Chatrons, die seit einigen Jahren stattfindet und einen Parcours zeitgenössischer Kunst anbietet. Derzeit findet Art Chatrons zum siebten Mal statt und rückt vor allem das Thema Afrika in den Fokus – afrikanische Künstler, afrikanische Themen. In über 20 Ateliers, die sich über das gesamte Viertel zwischen der ehemaligen U-Boot-Basis und dem Place Quinconces verteilen, kann man noch bis zum 20. November hereinschauen.

Neben vieler, auch für Nicht-Experten wie mich, interessanter Ausstellungsstücke, gab es einiges über das Viertel an sich zu erfahren. Chatrons ist nicht zufälligerweise Heimat der Ausstellungsreihe, sondern gleich das Künstlerviertel von Bordeaux. Viele Leerstände von Gebäuden haben Raum gelassen, den viele Künstler nutzen. Das erste Atelier Les Vivres de l’Art ist etwa auf diese Art und Weise entstanden, auch die Association Quai du Maroc hat sich hier niedergelassen. Chatrons ist nicht nur Arbeitsmittelpunkt für die Künstler, sondern auch schlicht der Ort, an dem sie sesshaft geworden sind. Der Charme ist dementsprechend irgendwo zwischen Einöde und Street-Art, zwischen Wochenend-Vergnügen (das Viertel beherbergt auch einige angesagte Diskotheken der Stadt) und ruhigem Außenbezirk anzusiedeln.

Ein besonders schönes Beispiel für die Entwicklung zum Kunstviertel ist die Garage Moderne. Was von außen wie eine sehr alte Autowerkstatt oder aber ein Künstleratelier, das ironisch darauf anspielt, früher mal eine Autowerkstatt gewesen zu sein, ist in Wirklichkeit beides und noch viel mehr. Im Inneren befinden sich Raum für Kunstausstellungen, eine Fahrradwerkstatt und tatsächlich immer noch eine Autowerkstatt. Letzteres hat uns am Donnerstag schwer erstaunt: Während Mechaniker an einem weißen Lieferwagen herumschraubten, waren nebenan Fotografien afrikanischer Künstler ausgestellt. Von den drei besuchten Ateliers ist die Garage Moderne definitiv am Sehenswertesten.

Weitere Bilder vom Parcours Art Chatrons gibt es übrigens hier: Link.

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