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Occupy Bordeaux – or not!?

Oktober 15, 2011

Die „Occupy Wall Street“-Bewegung wird international: Am heutigen 15. Oktober versammelten sich Menschen in ganzer Welt zum Protest gegen das aktuelle Bankensystem und die damit verbundenen sozialen Folgen. Sven Giegolds Gespräch mit tagesschau.de war für mehrere Stunden Aufmacher (das macht natürlich etwas stolz, wenn man besagten Menschen im vergangenen Frühjahr noch für einen Vortrag an der eigenen Uni gewinnen konnte), in Großstädten wie Frankfurt, Köln oder Berlin versammelten sich tausende Menschen zum Protest. „Global Change“ als globaler Denkansatz. Ob das beim Protest auch in Bordeaux funktioniert? Man wird sehen. Heute war es eher ein trauriges Bild, was die „Indingnés“ abgaben.

Vielleicht war es einer unglücklichen Verquickung verschiedener Umstände geschuldet. Zur gleichen Zeit wurde nämlich am Place Pey-Berland, also vor dem Rathaus, zu einer Demonstration gegen Nuklearenergie aufgerufen. Diese Demonstration war seit längerer Zeit geplant und bekannt – die Frage bleibt also, warum die Bordelaiser Initiatoren der „Occupy“-Bewegung die gleiche Anfangszeit wählten, obgleich eine frühere Anfangszeit oder gar ein anderer Termin das bessere Signal gewesen wären.

So saßen, neben einigen spanischen, kolumbianischen, italienischen und deutschen Studenten circa 20 Franzosen in einer Runde und diskutierten. Über sinkende Einkommen, über die Politik von Monsieur Sarkozy (den, wie eine Teilnehmerin anmerkte, 2007 noch erstaunlich viele Franzosen gewählt hatten), darüber, welche linke Partei man den nun bei den anstehenden Präsidentschaftswahlen wählen solle. Irgendwann wurden wir ausländische Studierende dann auch aufgefordert, etwas zu sagen. Das fiel uns schwer, da wir eigentlich darauf eingestellt waren, an einer Demonstration teilzunehmen – nicht zu einem Diskurs über unsere nicht vorhandenen Wahlpräferenzen aufgrund mangelnder Wahlberechtigung. Letztlich gingen wir irgendwann unserer Wege, die Bewegung mit dem Versprechen, sich um eine aktive Teilnahme der Studentenschaft zu bemühen und sich erneut zu treffen.

Die Anti-Atomkraft-Demo kreuzte beim Abschied noch einmal unseren Weg – mit mehreren hundert Teilnehmern. Eine „Occupation Générale pour un changement global !“ hat zumindest in Bordeaux noch nicht stattgefunden. Dafür wurde zu wenig global und noch weniger lokal gedacht.

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