Skip to content

Footboules

Oktober 2, 2011

oder: Wie man sich doch nicht ablenken kann.

Ohne Fernsehen kann ich leben. Und ohne meine Fußballmannschaft, den 1. FC Saarbrücken, auch. Letzteres fällt mir dabei zwar etwas schwerer, aber schon andere haben studien- oder berufsbedingt ihrem Verein für eine gewisse Zeit „Au revoir“ gesagt.

Und als Fan des FCS fand ich es den ersten Monat in Bordeaux überhaupt nicht schwierig, aus der Ferne mitzufiebern. Schließlich läuft sportlich alles bestens und mit dem ersten Platz im Gepäck ging es für die Mannschaft gestern zum  Zweiten nach Regensburg. Das Topspiel wurde natürlich auch vom Saarländischen Rundfunk übertragen. Auf einmal überlegte ich mir, ob mir das Fernsehen nicht doch fehle.

Der Ausweg also: Alternativbeschäftigung. Die kam in Form eines Hallenfußball-Pétanque-Turniers meiner Universität. „Footboules“ hieß das Ganze, auch wenn wetterbedingt nur dreimal die Boule-Kugeln durch den Sand rollten. Den Teilnehmern war es im Freien schlicht zu heiß, die gekühlten Hallen wurden vorgezogen.

Fußball gegen Fußball, Mitfiebern im Stadion gegen selbst Kicken austauschen. In meiner kleinen Mannschaft aus fünf Spielern entschied sich schnell, dass ich die meiste Zeit des Turniers im Tor zubringen würde. Damit war ich recht zufrieden, ist das doch eine Position, wo man selbst grobe Patzer mit Paraden wettmachen kann. Enver Marina beweist das Woche für Woche, ich wollte das zumindest an diesem Turniertag unter Beweis stellen. Letztlich gelang das manchmal.

Nach dem ersten 0:0 (es folgten noch mindestens zwei weitere in der kleinen Halle) schnell das Smartphone ausgepackt und geschaut, wie es beim FCS steht. Hat noch gar nicht angefangen. Zweites Spiel, endlich ein Sieg und dann beim FCS: Tor durch Kruse, Führung in Regensburg!  Dann wieder gespielt, wieder nur Unentschieden und Ausgleich in Regensburg. Danach: Erste Niederlage im Turnier, Regensburg führt. Es folgt eine weitere Niederlage, ein Sieg und viele Gegentore für den FCS. Tabellenführung weg. Platz sechs von zehn Mannschaften für unsere Équipe, die „Last Ones“.

Als Trotzreaktion feuere ich die im verbliebene Erasmus-Mannschaft „Union Latina“ an. „Union Latina“, „Vamos Latina!“, es ist der Versuch das zu erleben, was ich zuletzt am 26.08.2011 im Stadion gegen den VfL Osnabrück erlebt habe, zu erleben. Aber es ist nicht dasselbe – außer dass die „Union Latina“ auch nicht mit dem Turniersieg beglück wurde und im Halbfinale den Kürzeren zog.

Die Moral von der Geschichte: Ich kann damit leben, die Niederlage meines Vereins nicht live mitangesehen zu haben. Mit dem sechsten Platz beim Turnier auch. Und das nächste Spiel im Fanblock der Blau-Schwarzen kommt irgendwann.

Advertisements
No comments yet

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: