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Sich lichtender Nebel?

September 29, 2011

20110929-101330.jpgIch übertreibe vielleicht, aber so nebelig, wie der Weg zum Sciences Po am heutigen Morgen ist, so undurchschaubar war in den vergangenen Tagen manchmal das Hochschulsystem Frankreichs für den ein oder anderen Erasmus-Studenten. Sprich: Mich. Aber der Reihe nach.

Gestern endete die Frist für die Abgabe des gelben Zettels, auf dem jeder Erasmus-Student seine Kurse für das Semester angeben muss. Will man die Erasmus-Förderung erhalten, man ist schließlich trotz aller Klischees eben doch noch zum Studieren da, braucht man mindestens 30 ECTS. Sämtliche Kurse werden nach einem kryptischen Verfahren, also anhand einer Umrechnung der zu leistenden Arbeit und stattfindenden Wochenstunden, in ECTS bewertet. Zweiwöchige Intensivkurse mit Gastdozenten anderer Hochschulen bekommen so 2 ECTS, eine normale Vorlesung 4 ECTS, eine Conf‘ 8 ECTS (diese allerdings auf das ganze Jahr berechnet). Einheitliche Prüfungsvorschriften gibt es dabei nicht. Der eine Dozent zitiert die Studenten lieber in eine mündliche Prüfung, andere bevorzugen das Modell „Zwei Fragen zur Wiedergabe des gesamten Vorlesungsinhalts“, andere mögen Hausarbeiten, während andere so gnädig mit den Erasmus-Studenten sind, dass sie Multiple-Choice-Klausuren mit zwei Ankreuzmöglichkeiten pro Frage anbieten. Das hab ich mir ausnahmsweise nicht selbst ausgedacht.

Die Crux mit diesen 30 ECTS ist nun, dass den Studenten schon zu Semesterbeginn geraten wird, möglichst großzügig bei der Auswahl der Kurse zu sein und es nicht bei lediglich 30 ECTS zu belassen. Denn man könnte ja auch irgendwo durchfallen. Also braucht man eine Versicherung durch Kurse, die man eigentlich nicht unbedingt gebraucht hätte, aber dann doch besucht. Letztlich bin ich dann nach langem Abwägen, Herauswerfen einiger Kurse und dem Hinzunehmen völlig fremder Vorlesungen bei 38 ECTS für dieses Semester gelangt: Ein „cours d’ouverture“ (bei dem im Übrigen die Teilnahme durch die Abgabe des gelben Zettels allein längst nicht gesichert ist!), drei „conférences des méthodes“ und sechs „cours magistraux“.

Ich werde dieses Semester wohl selten unterbeschäftigt sein.

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