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Wie man mit der Atomkraft umgeht

September 13, 2011

Gestern Mittag saß ich in der relativ kleinen Bibliothek meiner französischen Universität, als auf einer der vielen deutschen Nachrichtenseiten, die man so den Tag über durchklickt. Plötzlich stand auf eben jenen gegen 13:50 die Meldung, dass es eine Explosion in einem französischen Atomkraftwerks nahe Avignon gegeben habe.

Schock, Konsternierung. Direkt suche ich im Netz die Entfernung zwischen den Städten heraus. 400 Kilometer sind es von Bordeaux bis zur Unglücksstelle, die bedrohlich nahe am Meer liegt. Lyon liegt circa 170 Kilometer überhalb. Der Wind geht zu diesem Zeitpunkt im Süden Frankreichs direkt auf das offene Meer, auch dieses Wissen bieten einem die Internetsuchmaschinen.

Um mich herum nimmt alles den gewohnten Lauf. Niemand scheint im Internet gerade auf die Meldung gestoßen zu sein, zumindest lässt sich niemand was anmerken. Später erzähle ich anderen ausländischen Studenten von der Nachricht, sie werden als einzige für eine zumindest kurze Zeitspanne geschockt oder bestürzt sein. Der Kurs beginnt. Der Dozent geht mit keinem Wort auf das Geschehene ein, vielleicht weil es eben zu fachfremd ist. Unter den französischen Studenten wird auch nicht über die Explosion geredet.

Am Abend ist beim Picknick im Park wieder alles normal. Die Explosion, deren Auswirkungen noch immer unklar sind, ist vergessen.

Vielleicht war das nur ein Beispiel dafür, wie man in Deutschland auf solche Meldungen reagiert.

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