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Sitten und Gebräuche

September 9, 2011

Jeder, der mal bei StudiVZ oder anderen Sozialen Netzwerken aktiv war, kennt Gruppen, die sich über Leute mokieren, die im Flugzeug bei der Landung in die Hände klatschen. Das sei albern, da der Pilot seinen Job mache und man ja auch nicht nach einer gelungen Busfahrt ja auch nicht applaudiere.
Was das mit der Universität zu tun hat? Nun, nicht viel. Aber ein schönes Beispiel für Sitten und Unsitten im universitären Betrieb gab es am Mittwoch am „Sciences Po Bordeaux“. Den ersten Vortrag des Tages hielt ein englischer Dozent, der zur Freude vieler ausländischer Studenten, in englisch über die Politikwissenschaft in Frankreich referierte und sich auch die ein oder andere Spitze gegen Fächer wie die „culture génerale“ erlaubte. Die Studenten honorierten die Vorlesung am Ende, indem sie mit den Fingerknöcheln auf die Bank klopften. Wie man es aus Deutschland kennt (die meisten ausländischen Studierenden kommen in diesem Jahr aus Deutschland).
Ein anderes Bild nach dem zweiten Vortrag des Tages. Der französische Dozent, im Forschungsbereich zu Afrika tätig, hielt einen sehr engagierten und interessanten Vortrag über die Wahrnehmung des afrikanischen Kontinents in Europa. Der Hörsaal – nun überwiegend von französischen Erstsemestern bevölkert – bedankte sich für die Rede am Ende mit, man kann es schon ahnen, Applaus.
Heute kam das Thema wieder in meiner WG auf. Außerhalb von Deutschland wird das Klopfen mitunter als äußerst unhöflich angesehen. In Deutschland hingegen wäre es der Applaus, der den meisten wohl als zu dick aufgetragen erscheinen würde. Die Globalisierung universitärer Gebräuche gibt es also zum Glück noch nicht.

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2 Kommentare leave one →
  1. September 9, 2011 7:23 pm

    Bologna hat es verpasst, einheitliche und überall anerkannte Zustimmungsbekundungen einzuführen!

  2. September 9, 2011 11:21 pm

    Immerhin weiß ich jetzt endlich mal, warum wir deutschen Studenten so bekloppt mit den Fingerknöcheln klopfen (was ich persönlich ja total albern finde). Weil „Applaus […] zu dick aufgetragen erscheinen würde“.

    Ich weiß allerdings generell nicht, wozu man seine Zustimmung bekunden bzw. Applaus geben muss.
    Mal schauen, wenn ich erstmal Lehrerin bin, fordere ich das vielleicht auch ein. So rein aus Jux. 8)

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