Skip to content

Fahrt und Ankunft

September 1, 2011

oder: Warum Paris nicht immer lohnt

 

Der Bahnhof Lorraine TGV liegt mitten im Nichts. Weite Felder, grüne Wiesen, ein paar Kühe, ein umzäunter Parkplatz, eine Hochgeschwindigkeitstrasse. Also fast im Nichts. Dafür hat der Zug, der dort Halt macht, und Richtung Bordeaux Saint-Jean fährt, einen gewaltigen Vorteil gegenüber den vielen anderen Zügen, die Frankreich durchqueren. Er hält nicht in Paris. Kein Umsteigen, Kein verzweifelter Lauf gegen die Zeit mit 60-Liter-Rucksack auf dem Rücken und Koffer in der Hand. Gediegen durch Frankreich düsen, die Landschaft betrachten. Sie wiederholt sich, der einen Wiese mit Kühen folgt die nächste Wiese mit Kühen, irgendwann erkennt man Disneyland Paris (dort macht der Zug dann doch halt, aber das ist zu verschmerzen), wieder Landschaftsidyll, dann auch mal Industrieanlagen, Poitiers und irgendwann schließlich Bordeaux Saint-Jean.

Die Freude darüber, Paris und allzu große Eskapaden beim Umsteigen vermieden zu haben, legt sich, sobald man mit der Straßenbahn („Tramway“) ins Zentrum fährt. Eng an eng beim Anstehen für ein Ticket, eng an eng auf der Fahrt, dann Umsteigen.

An der berühmten Pont de Pierre durfte ich dann Zeuge werden, als ein Feuerwehrwagen einer roten Ampel wegen(!) im Stau stand. Ein Hupkonzert, gelangweilte Feuerwehrmänner, Rollerfahrer, die einfach auf dem Gehweg vorbeifahren können und irgendwo ein Haus, das gerade abbrennt. Vielleicht.

Dass ich Paris ausgespart habe, lässt immerhin genügend Kraft für den Kraftakt, der beim Erreichen der Wohnung nötig wird. Das Gepäck muss in den dritten Stock, über die Treppe, versteht sich. Immer positiv denken: Lieber im dritten Stock das ganze Jahr die wunderbare Aussicht genießen, auch mal das Fenster offen lassen können. Allzu oft wird man eh nicht die Koffer schleppen müssen.

Am Ende bin ich zwar am Ende der Kräfte, aber zum Glück nicht rückwärts die Treppe runtergefallen und auch sonst sehr heil angekommen. Das muss für den Moment reichen, jetzt brauche ich Regeneration.

Advertisements
4 Kommentare leave one →
  1. September 1, 2011 8:08 pm

    Der 1. September scheint magisch zu sein. Heute vor einem Jahr bin ich in der Hauptstadt angekommen und hab dort mein Blog gestartet. Wünsche dir viel Spaß, stets guten Rotwein und freue mich auf hoffentlich einige Bilder neben den Texten im Blog.

    Salut,
    S.

  2. Rick permalink
    September 24, 2011 8:07 am

    Am beschde bleibt ma mi’m Axxx dehemm!
    🙂
    Rick

  3. September 24, 2011 9:45 am

    Awwei awwa! 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: